Uwe Kneschk
Schreiben und Reden in & um Cottbus

Die Wahl der Bestattungsarten 


In allen Bundesländern besteht der Friedhofszwang. Daher ist es vorgeschrieben, dass Särge und Urnen auf den zugelassenen Friedhöfen beigesetzt werden. Unterschiedlich dabei ist die Form der Bestattung. Nachfolgend sind einige Beispiele beschrieben. 


Wahlgrab: Das Grab ist individuell und wird von den Angehörigen ausgewählt. In der Regel sind auf allen Friedhöfen dazu verschiedene Grablagen vorhanden. Je nach Art können mehrere Beisetzungen in dieser Grabstelle vorgenommen werden. Damit ist diese Grabstelle der Anlaufpunkt für die Familie und ein Ort der eigenen Trauerbewältigung. Die Bepflanzung ist hierbei ebenso eigenständig und für jede Grabstelle unverwechselbar. Auch der Grabstein ist, nach Prüfung durch den Träger des Friedhofs, für mehrere Verstorbene zu nutzen. Die Friedhofsatzungen geben die Länge des Nutzungsrechts vor. Es kann verlängert werden. Grundsätzlich sind die Mindestruhefristen zu beachten.

 

Reihengrabstelle: Ein Reihengrab wird von der zuständigen Friedhofsverwaltung zugewiesen. Eine individuelle Auswahl ist nicht möglich. In einem Reihengrab darf jeweils nur ein Sarg beigesetzt werden. Ein Reihengrab ist preisgünstiger als ein Wahlgrab. Jedoch ist eine Verlängerung des Nutzungsrechts nicht möglich. Möglich ist aber eine eigene Bepflanzung, so dass die Ruhestätte seine Eigenart dennoch behalten kann. Das Aufstellen von Grabsteinen ist auf den Friedhöfen unterschiedlich. Meist ist eine bestimmte Form vorgegeben. 

 

Urnengemeinschaftsgrab: Das Urnengemeinschaftsgrab mit gemeinschaftlichen Grabstein (Nordfriedhof in Cottbus) ist eine Mischform aus anonymer Bestattung und dem Wunsch nach einem Grabstein. Auf dem Cottbuser Nordfriedhof ist es eine beliebte Art der Bestattung geworden. Die jeweiligen Grabflächen werden einheitlich durch die Friedhofsverwaltung bepflanzt. Das Ablegen von Blumen wird durch aufgestellte Gefäße ermöglicht.

 

Kolumbarien (Friedhof in Forst & Peitz): Kolumbarien (Urnennischenwände) bieten die Möglichkeit, dass die Urne in eine Kammer gestellt wird. Meist innerhalb einer Mauer. Nach der Beisetzung der Urne wird diese Kammer mit einer Tafel verschlossen. Dort ist vorher der Name des Verstorbenen eingraviert worden. Blumen können davor abgelegt werden. Eine Bepflanzung gibt es nicht.

 

Streuwiese (Friedhof Forst): Die Asche des Verstorbenen wird auf eine entsprechende Stelle ausgestreut. Später wird die Asche in den Rasen geharkt. Die Möglichkeit eines Grabstein gibt es nicht. Auch Blumen können später nicht abgelegt werden.

 

Anonyme Bestattung: Anonyme Gräber sind eigentlich Reihengrabstellen für Urnen. Auf jedem Friedhof können die Bezeichnungen dafür anders sein. Das gemeinsame Merkmal ist, dass keine individuelle Grabstelle existiert. Auf dem Cottbuser Südfriedhof besteht die Möglichkeit, dass Blumen an einem gemeinsamen Mal angelegt werden können. Die Friedhofsverwaltung bepflanzt die entsprechenden Grabfelder mit einheitlichen Gehölzen. Ein Grabmal mit Namen ist nicht vorgesehen.

 

Friedwald: Es besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bäume im Waldgebiet gekauft werden können. An dieser Stelle werden die Urnen der Angehörigen beigesetzt werden. In Cottbus besteht diese Grabart auch auf dem städtischen Südfriedhof.