Uwe Kneschk
Schreiben und Reden in & um Cottbus





Berlin – Das Bundeskabinett hat kürzlich eine höhere Vergütung der ärztlichen #Leichenschau beschlossen.

In Regelfall wird jetzt ein Betrag von ca. 170 Euro als angemessen erachtet. Bisher könnten Ärzte rund 51 Euro zzgl. Reisekosten bzw. Reisentschädigung liquidieren: Etwa wenn sie nachts oder am Wochenende gerufen werden. Ansonsten liegt der Satz mit knapp über 33 Euro deutlich niedriger.

Im Detail soll es für die vorläufige Leichenschau, die der Feststellung des #Todes und der Todesart (natürlicher Tod, Anhaltspunkt für einen nicht natürlichen Tod oder ungeklärte Todesart) dient, rund 111 Euro geben. Da eine sorgfältige leitliniengerechte Leichenschau rund 30 Minuten dauere, würden 20 Minuten als Mindestdauer für die Vergütung vorgegeben.

Ähnliches gilt für die eingehende Leichenschau. Die durchschnittliche leitliniengerechte Dauer beträgt demnach 60 Minuten. Vorgegeben würden für die Abrechnung 40 Minuten. Abgerechnet werden können dafür künftig rund 166 Euro.

Vorläufige und eingehende Leichenschau können nicht nebeneinander berechnet werden.

Linke: Kassen sollen die Kosten tragen

Die Linken im Bundestag halten den Weg der Bundesregierung für falsch. „Wer stirbt, wird derzeit automatisch zum Privatpatienten“, sagte Achim Kessler, Linken-Sprecher für Gesundheitsökonomie. Ärzte sollen die Leistung angemessen finanziert bekommen und die Leichenschau ordentlich und mit ausreichend Zeit leisten können.
Allerdings hätten die Angehörigen nach einem #Sterbefall genug um die Ohren und könnten mit dem Arzt keine Verhandlungen über angemessene Gebühren abhalten. Kessler schlägt daher vor, dass die #Krankenkassen die ärztliche Leichenschau als Leistung für ihre verstorbenen Versicherten übernehmen und mit den Ärzten über ein angemessenes Honorar und die Qualität verhandeln sollten.

Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.aerzteblatt.de/…/Bundeskabinett-segnet-hoehere-…

  sueddeutsche.de - seit Juli gibt es in der Stadt Erding die Möglichkeit, sich anonym oder teilanonym bestatten zu lassen. Menschen erhalten kein eigenes Grab. Ihre Urnen werden stattdessen in der Wiese vergraben. Wo genau, das ist bei der #anonymen Bestattung nur der Friedhofsverwaltung bekannt. Gräber werden nicht gekennzeichnet, Hinweise auf Verstorbene gibt es nicht. Die Urnen sind aus biologisch abbaubarem Material, und nach einer Ruhefrist von 15 Jahren werden die Gräber neu vergeben. Nur wer möchte, kann seinen Namen auf einer kleinen Tafel hinterlassen - teilanonym nennt sich das dann. In diesem Fall wissen die Angehörigen zumindest, wo genau der Tote begraben liegt, und dürfen der Beisetzung beiwohnen.

Bei dieser Form der #Bestattung fallen die Kosten für einen Grabstein, ein Grab an sich und eine mögliche Grabpflege weg. Eine teilanonyme Bestattung kostet einmalig 716 Euro, eine anonyme Bestattung 599 Euro.

Münchener #Bestatter Karl Albert Denk steht der anonymen Bestattungen kritisch gegenüber und plädiert für die teilanonyme Beisetzung. Sollte bei Menschen der Wunsch nach einer anonymen Bestattung aufkommen, würde er sie erst einmal über die Alternativen aufklären. Wenn den Menschen dann klar würde, dass eine teilanonyme Bestattung nicht mehr Aufwand für die Hinterbliebenen bedeutet, sei der Wunsch nach der anonymen Bestattung auch gar nicht mehr da, so Denk.
"Es ist wichtig, dass Angehörigen ermöglicht wird, an das #Grab zu gehen. Es ist wichtig, dass Hinterbliebene einen Platz haben, an dem sie dem Verstorbenen gedenken können. Man wird Angehörigen und Verstorbenen gerecht, wenn man ihnen ermöglicht, nicht namenlos von dieser Welt zu gehen."